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  • Hanna Neunzig

Alles Banane oder was?

Aktualisiert: 24. Juli 2019

Hallo ihr Lieben,

gestern Nachmittag war ich unterwegs bei einer Freundin. Sie hat mir ein so leckeres Stück Bananenbrot angeboten, dass ich nicht ablehnen konnte. Es erinnerte mich daran, dass ich vor längerer Zeit auch mal ein sehr leckeres Bananenbrotrezept entwickelt habe. Ich konnte heute an fast nichts anders denken, als an diesen leckeren Kuchen. Also habe ich meine alten Leo-Bananen genommen und direkt verbacken. Heute verrate ich euch mein ultimatives Bananenbrotrezept. Aber das gibt es ganz zum Schluss, quasi als kleines süßes Schmankerl. Zunächst möchte ich euch noch einige interessante Facts über die Banane verraten.



Was uns die Farbe einer Banane alles verrät!

Oft werde ich von meinen Klienten gefragt, in welchem Zustand man eine Banane am besten isst. Ich frage dann, welchen Zweck die Banane eigentlich erfüllen soll. Meiner Meinung nach sollte sie in erster Linie schmecken. Doch die Frage nach dem Geschmack beantwortet jeder für sich anders – Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Dementsprechend macht es auch Sinn, neben dem Geschmack, aus ernährungswissenschaftlicher Sicht auf die Banane zu schauen.

Ist die Banane grün, ist sie unreif. Ist sie gelb ist sie reif. Eigentlich ganz simple. Aber was bedeutet unreif/reif eigentlich?

Bei einer grünen Banane ist das Fruchtfleisch fest und nachdem wir die Banane gegessen haben, entsteht manchmal ein stumpfes Gefühl auf den Zähnen. Das liegt daran, dass unreife Bananen einen hohen Anteil an Polysacchariden Stärke, Pektin und resistenter Stärke aufweisen. Je gelber die Banane ist, desto mehr Stärke ist durch Reifungsprozesse zu Einfachzuckern Fruktose und Glukose abgebaut. Diese Einfachzucker sind schneller verdaut und gelangen so schneller in unseren Blutkreislauf. Das wirkt sich auf unseren Blutzucker aus, der dadurch schneller steigt. Je nach Gesundheitszustand macht es also Sinn, eher auf die grüne Variante zurück zu greifen. Das bietet auch den entscheidenden Vorteil, dass uns eine unreife Banane länger sättigt. Die Polysaccharide Stärke, Pektin und resistente Stärke müssen von unseren Verdauungsenzymen erst einmal aufwändig abgebaut werden, ehe sie dann als Glukose unseren Blutzuckerspiegel gemächlich ansteigen lassen. Dieser langsame Verdauungsprozess wiederum sorgt für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Das freut auch unsere Bauchspeicheldrüse. Sie kann nämlich peu-à-peu etwas Insulin ausschütten und wird nicht durch eine Glukoseflut (wie bei Limonadenkonsum) zu wahrer Höchstleistung verpflichtet.

Bananen sind richtige Kraftpakete. Denn ihre enthaltenen Mineralstoffe, Vitamine, Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe runden ihr ultimatives Portfolio ab. Und was soll ich sagen, die Banane hält, was sie optisch verspricht: Sie nennt Kalium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Folsäure, Vitamin E und Beta-Carotin ihr Eigen. Mit rund 100 kcal pro 100 g Banane, kommt sie zudem fast fettfrei daher. Das interessiert auch alle sportlich affinen Klienten, denn als Zwischenmahlzeit während langer Sporteinheiten, vor oder nach dem Sport eignet sich eine Banane richtig gut. Sie belastet die Verdauung nicht und kann – richtig serviert – leicht verfügbare Energie bereitstellen.

Meine Eltern haben mir früher immer gesagt, wenn du zu viele Bananen isst, bekommst du Verstopfung. Ich glaube, diesen Satz haben schon viele Kinder zu hören bekommen. Diese Annahme ist heute glücklicherweise widerlegt. Bananen helfen sowohl bei Durchfallerkrankungen als auch bei Verstopfung. Sie normalisieren und regulieren durch ihren Pektingehalt die Verdauung.


Der Affe fällt nicht weit vom Stamm

Wusstet ihr, dass die Banane zu den Beeren gehört? Und dass die Erdbeere gar keine Beere ist! Pah – ich wusste es lange Zeit auch nicht. In meinem Studium – hach, ist das schon lange her – da gab es auch die Vorlesung „Grundlagen der Botanik“ und da wurden wir von dieser besonderen Spezies an Biologen darüber aufgeklärt, was es mit der Banane auf sich hat. Bei denen spielt man gerne das Spiel „Früchte raten“. Bananen sind deshalb Beeren, weil in ihrem Inneren im Fruchtfleisch diese kleinen schwarzen Punkte die Samen darstellen. Charakteristisch für Beeren ist, dass ihr Samen von dem Fruchtfleisch umschlossen wird.

Und jetzt wird es noch seltsamer: Die Bananenpflanze ist ein Krautgewächs. Bananen wachsen an sehr hohen palmenartigen Pflanzen, also würde man annehmen, es handele sich um einen Baum. Aber weit gefehlt, die Bananenpflanze ist ein Kraut. Geschickt und gekonnt mit einem Messer umgehend, könnte man den Stamm abschneiden. Mit einem Baum hätten wir dabei wohl unsere Schwierigkeiten. Das erklärt auch, warum vermutlich gerade irgendwo wieder ein Affe vom Bananenstamm fällt oder?


Anspruchsvolle Banane

Bananen sind die Diven unter den Obstsorten. Sie sind schon etwas eigen, was ihre Lagerung betrifft. Nicht selten mutieren sie zu einem richtigen Leoparden. Sie reagieren mit komischen, braunen Flecken, wenn sie neben anderen Obst- oder Gemüsesorten gelagert werden. Eingebildet oder kapriziös könnte man sie nennen. Aber verdient nicht jedes Obst/Gemüse eine angemessene Behandlung? Ich finde schon, deshalb liegt die Banane bei mir zuhause ganz alleine und versteckt in einer Schublade in der Küche. Dort stelle ich sicher, dass sie nicht mit dem Reifegas Ethylen in Berührung kommt, das lässt sie nämlich schneller reifen. Auch käme ich nicht auf die Idee sie in den Kühlschrank zu legen, denn sie mag es warm. Wer es dennoch tut, wird direkt bestraft, indem sie braun und hässlich wird.

Und noch ein Tipp: wascht euch nach dem Schälen der Banane die Hände. An der Schale befinden sich nämlich leider viele Pestizide und Pflanzenschutzmittelrückstände. Gerade für Kinder ist das sehr wichtig, stecken sie sich doch schnell die Finger nach dem Bananengenuss in den Mund.

Solltet ihr eure Bananen mal – wie ich – in der Schublade vergessen haben, könnt ihr sie nutzen, wie ich es heute getan habe: verbackt sie einfach. Überreife Bananen eignen sich hervorragend als Basis für Kuchen und Eis. Heute stelle ich euch mein ultimatives Bananenbrotrezept vor. Während ich hier schreibe backt das Brot, eigentlich eher ein Kuchen, im Ofen. Der Duft nach Zimt und gebackener Banane ist eine herrliche Kombination, die nur noch getoppt werden kann durch den Biss auf Walnuss- und Schokoladenstückchen.



Zutaten für 4 Personen:

- 100 g geschmolzene Butter

- 2 Becher Naturjoghurt 1,5 % Fett

- 2 Eier, Größe M, Bio bzw. Hahnenglück

- 2-3 überreife Leopardenbananen

- 250 g Dinkelvollkornmehl

- 1 Päckchen Backpulver

- 50 g brauner Zucker

- 2 EL Kakaopulver

- 25 g dunkle Bitterschokolade (mind. 70% Kakaoanteil), in Stückchen geschnitten

- 1 Prise Zimt

- 1 TL Vanillemark

- 1 Portion gehackte Walnüsse

Geschälte Bananen in eine Schüssel legen und mit einer Gabel zerquetschen. Alle übrigen Zutaten zugeben und mit der Gabel vorsichtig verrühren. Den Teig in eine mit Butter eingefettete Backform füllen, glattstreichen und im Ofen bei 175 °C für 45-50 Minuten backen. Kurz abkühlen lassen. Mit einem Messer den Kuchen vom Rand lösen und auf ein Tablett stürzen. Mit Puderzucker bestreut servieren.


Zubereitungszeit 10 min




Inzwischen ist mein Brot fertig und ich genieße jetzt ein Stück warmen Kuchen mit meiner Familie auf der Terrasse, in diesem Sinne einen guten Appetit und liebe Grüße.

*Eure Hanna

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